Musik am Mittag am 10. Dezember 2014 in der Kirche St. Laurenzen: „Klassisch… In Blues Style“

Stilsicher und virtuos schildern Elena Zhunke (Violinistin im Sinfonieorchester St.Gallen) und Raissa Zhunke (Klavierpädagogin an der Kantonsschule Trogen) die Impressionen einer musikalischen Reise zu den Ursprüngen des Jazz. Bei diesem vorweihnachtlichen Mittagskonzert am 10. Dezember 2014 in der Kirche St. Laurenzen (St. Gallen) sorgen die Geschwister Zhunke für spannende musikalische Momente. Im gereizten französischen Blues aus der Violinsonate in G (1927) von Maurice Ravel, im würzigen „Piece in Blues Style“ des russischen Geigenvirtuosen Igor Frolov, sowie auch in seiner opernhaften Konzertfantasie über Themen aus Gershwins „Porgy and Bess“ (1991) werden Klassik und Jazz zu einem leidenschaftlichen Tanz verschmelzen. 

Maurice Ravel (1875-1937)
Violinsonate in G: 2. Satz – Blues (1927)

Igor Frolov (1937-2013)
Piece In Blues Style

Igor Frolov (1937-2013)
Konzertfantasie über Themen aus Gershwins „Porgy and Bess“ op. 19 (1991)

 Die Violinsonate in G wurde am 30. Mai 1927 mit Maurice Ravel am Klavier und Georges Enescu als Geiger in einem der „Concerts Durand“ uraufgeführt. Im Mittelsatz der Sonate – einem französischen Blues, der immer gereizter wird und nach einem fast unerträglichen Gipfelsturm in sich zusammenzufallen scheint – betritt Ravel, angeregt durch die Welt des Jazz und Unterhaltungsmusik, musikalisches Neuland.

Ähnlich baut Igor Frolov sein Piece in Blues Style auf. Geschrieben während einer USA-Tournee sind hier die amerikanischen Einflüsse ganz deutlich hörbar. In der entspannten Atmosphäre eines mäßigen Tempos entfaltet sich der Dialog zwischen der Geige und Klavier. Das Stück besticht durch seine melodische und harmonische Simplizität, das Thema wird jedoch bei jeder neuen Wiederholung durch einfallsreiche Improvisationspassagen immer virtuoser, während am Schluss wieder nostalgisch die Anfangsmelodie erklingt.

1935 entstand die Oper vom Protagonisten des Symphonic Jazz – George Gershwin – „Porgy and Bess“. Der russische Geigenvirtuose und Vermittler des Jazz für klassische Violine, Igor Frolov, bearbeitete daraus Serena’s LamentSportin’ Life und Summertime zu einem „Gedicht über die Liebe.“ Es ist die Geschichte zweier sehr verschiedener Menschen, die sich trotz aller Hindernisse ineinander verlieben. Die Konzertfantasie über Themen aus Gershwins „Porgy and Bess“ op. 19 geschrieben 1991 in der Tradition der romantischen Oper des 19. Jahrhunderts, wurde von Liebhabern der klassischen Musik ins Herz geschlossen.

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